Vor der Zusage
Gebrauchte Möbel kaufen: worauf Sie vor der Zusage achten sollten
Beim gebrauchten Möbel entscheidet sich der Ärger nicht beim Preis, sondern bei den Maßen und bei der Abholung. Fragen Sie vor der Zusage nach Höhe, Breite und Tiefe, nach Fotos von allen Seiten samt Rückwand, danach ob das Stück zerlegt ist und ob am Abholtag jemand da ist. Vier Antworten, und der Transport ist planbar.
- Drei Maße vor der Zusage, nicht nach dem Kauf
- Fotos von allen Seiten, besonders von Rückwand und Unterkanten
- Zerlegt oder ganz entscheidet über Aufwand und Weg
- Am Abholtag muss jemand aufschließen und beim Tragen helfen können
Zuerst die drei Maße, dann alles andere
Ein gebrauchtes Möbelstück wird meistens ohne Maßangaben angeboten, und der Verkäufer nennt sie auch nur ungefähr, wenn er gefragt wird. Bestehen Sie freundlich auf drei genauen Zahlen: Höhe, Breite und Tiefe, gemessen an der weitesten Stelle einschließlich Füßen, Griffen und überstehender Platte. Genau diese Überstände fehlen später im Türrahmen.
Aus Höhe und Tiefe bilden Sie anschließend die Diagonale, denn das ist die Strecke, die in Ihrem Treppenhaus wirklich Platz braucht. Ein Schrank mit 200 Zentimetern Höhe und 60 Zentimetern Tiefe misst schräg rund 209 Zentimeter. Wer nur die Breite prüft, misst die einzige Zahl, die im Treppenhaus keine Rolle spielt.
Vergleichen Sie das Ergebnis mit der Stelle, an der es bei Ihnen am engsten ist, also mit dem Absatz in der Wendung und mit der Höhe darüber. Wenn Sie unsicher sind, schicken Sie uns die Maße vor dem Kauf. Eine Auskunft dazu kostet nichts und ist deutlich billiger als ein Möbel, das im zweiten Stock wieder umgedreht werden muss.
Fotos, die wirklich etwas aussagen
Ein einziges Foto von schräg vorn verkauft, aber es informiert nicht. Bitten Sie um Aufnahmen von allen Seiten und benennen Sie dabei genau, was Sie sehen möchten. Die meisten Verkäufer machen das bereitwillig, und wer sich weigert, hat in aller Regel einen Grund dafür.
- Vorderseite frontal, bei Tageslicht und mit geöffneten Türen und Schubkästen
- Rückwand vollständig, denn dort sitzt bei Schränken der häufigste Schaden
- Untere Ecken und Füße, weil dort Wasserschäden und aufgequollene Spanplatte zuerst sichtbar werden
- Oberseite und Kanten, um Kratzer, Hitzeflecken und abgeplatzte Beschichtung zu erkennen
- Beschläge und Scharniere aus der Nähe, gern mit dem aufgeklappten Türinneren
- Ein Foto vom Standort, damit Sie den Weg zur Haustür und die Etage einschätzen können
Die Fragen, die vor dem Kauf geklärt sein müssen
Schreiben Sie diese Punkte in eine einzige Nachricht, statt sie einzeln nachzuschieben. Das wirkt vorbereitet, und Sie bekommen alle Antworten auf einmal.
- Gibt es Beschädigungen, insbesondere an der Rückwand, an den Kanten und an den Auszügen?
- Ist das Stück bereits zerlegt oder steht es noch aufgebaut in der Wohnung?
- Sind alle Beschläge, Schrauben, Böden und Schlüssel vorhanden?
- In welchem Geschoss steht es, und gibt es einen Aufzug?
- Ist am Abholtag jemand vor Ort, der aufschließt, und darf im Hof gehalten werden?
- Wurde in der Wohnung geraucht, und gab es Haustiere? Bei Polstermöbeln ist das die wichtigste Frage überhaupt.
Zerlegt oder ganz, das entscheidet den Aufwand
Ein aufgebauter Schrank in einer fremden Wohnung ist der Fall, der am häufigsten schiefgeht. Entweder wird vor Ort zerlegt, dann dauert die Abholung deutlich länger, oder es wird versucht, ihn ganz durchs Treppenhaus zu bringen, und dann entscheidet die Diagonale. Klären Sie deshalb vorher, wer zerlegt und wann.
Am günstigsten ist es, wenn der Verkäufer das Stück vor dem Termin selbst abbaut und die Beschläge in einer Tüte bereitlegt. Ist das nicht möglich, übernehmen wir den Abbau, den Transport und den Aufbau am Zielort in einem Zug. Für das Zerlegen und Wiederaufstellen eines Kleiderschranks und für den Aufbau von Bett, Regal oder Kommode gibt es feste Ansätze in unserer Preisliste, sodass Sie die Summe vorher kennen.
Wichtig ist außerdem, ob das Möbel schon einmal zerlegt wurde. Bei Pressspan halten die Dübellöcher zwei bis drei Aufbauten aus, danach reißen sie aus. Fragen Sie den Verkäufer direkt danach, und rechnen Sie bei einem Stück, das mehrfach umgezogen ist, mit Leim und neuen Dübeln beim Aufbau.
Der Abholtag: wer öffnet, wer trägt, wer wartet
Am Abholtag scheitert selten der Transport, aber häufig der Zeitplan. Der klassische Fall: Niemand ist zu Hause, der Schlüssel liegt beim Nachbarn, und der Nachbar arbeitet bis 17 Uhr. Vereinbaren Sie deshalb schriftlich einen festen Zeitpunkt und lassen Sie sich eine Telefonnummer geben, unter der jemand am Tag selbst erreichbar ist.
Bei uns ist eine halbe Stunde Standzeit vor Ort in der Abholung enthalten, das reicht für Treppe, Tür und ein kurzes Gespräch. Darüber hinaus läuft die Zeit als eigener Posten, und das passiert praktisch nur dann, wenn niemand aufschließt. Sie können also viel Geld sparen, indem Sie eine einzige Frage vorher stellen.
Klären Sie zusätzlich, ob vor dem Haus gehalten werden darf. In dichten Innenstadtlagen ist das der Unterschied zwischen zwei Minuten Weg und fünfzig Metern Tragestrecke. Ein Foto der Straße vor dem Haus reicht uns, um das einzuschätzen, und wenn nötig, sagen wir Ihnen, ob eine Halteverbotszone sinnvoll ist.
Sagen Sie uns auch, ob Sie das Stück direkt in die Wohnung gestellt oder dort gleich aufgebaut haben möchten. Beides in einem Termin zu erledigen ist günstiger, als für den Aufbau ein zweites Mal anzufahren.
Wann Sie besser absagen
Es gibt Zustände, bei denen sich der Transport nicht lohnt, und zwar unabhängig davon, wie günstig das Stück ist. Bei Polstermöbeln aus unbekannter Herkunft ist Ungeziefer das größte Risiko, denn es zieht mit ein und ist danach in der ganzen Wohnung. Wenn Sie im Zweifel sind, prüfen Sie Nähte und Ritzen bei Tageslicht oder lassen Sie das Angebot lieber liegen.
Ebenfalls ein Grund zum Absagen: aufgequollene Spanplatte an den Unterkanten, ein muffiger Geruch aus dem Inneren, eine Rückwand, die sich mit der Hand eindrücken lässt, und ausgerissene Scharniere an mehreren Türen. Ein Möbel mit diesen Merkmalen übersteht die nächste Zerlegung meistens nicht, und dann haben Sie Kaufpreis und Transport bezahlt, um Sperrmüll in die Wohnung zu stellen.
Unkritisch sind dagegen Kratzer auf der Fläche, kleine Dellen und fehlende Fachböden, denn all das lässt sich ersetzen oder ignorieren. Achten Sie auf die Konstruktion, nicht auf die Oberfläche. Bei Massivholz gilt das doppelt: Ein zerkratzter Massivholztisch ist nach einer Stunde Schleifpapier wieder neuwertig, ein aufgequollener Pressspantisch bleibt kaputt.
Abholen, zerlegen, aufbauen: die Ansätze dazu
| Leistung | Preis | Was dabei gilt |
|---|---|---|
| Abholung bei Händler, Lager oder Privatverkauf | ab 77 € | Eine halbe Stunde Standzeit vor Ort ist enthalten |
| Standzeit über die freie halbe Stunde hinaus | 11 € je angefangene Viertelstunde | Fällt praktisch nur an, wenn niemand aufschließt |
| Kleiderschrank zerlegen und wieder stellen | ab 43 € | Beschläge kommen beschriftet in eine eigene Kiste |
| Bett, Regal oder Kommode aufbauen | ab 25 € je Möbel | Akkuschrauber und Kleinteile haben wir dabei |
In allen Beträgen steckt die Mehrwertsteuer. Verbindlich wird die Summe, sobald wir wissen, was gefahren wird und wie viele Treppen dazwischenliegen. Für ein einzelnes Stück reichen dafür zwei Fotos, für eine ganze Wohnung schauen wir kostenlos vorbei.
Was Käufer vor dem Abholtermin wissen wollen
- Welche Maße soll ich beim Verkäufer erfragen?
- Höhe, Breite und Tiefe an der weitesten Stelle, also einschließlich Füßen, Griffen und überstehender Platte. Aus Höhe und Tiefe bilden Sie die Diagonale, denn die entscheidet im Treppenhaus. Die reine Breite ist die am wenigsten aussagekräftige der drei Zahlen.
- Warum ist die Rückwand so wichtig?
- Weil sie bei Schränken die Verwindungssteifigkeit herstellt und beim Transport zuerst nachgibt. Eine weiche, gewellte oder mehrfach getackerte Rückwand bedeutet, dass das Stück schon gelitten hat. Auf Fotos von vorn sieht man davon nichts.
- Holen Sie auch bei Privatverkäufen ab?
- Ja, das ist einer unserer häufigsten Aufträge. Wir holen bei Privatpersonen, bei Händlern und aus Lagern ab. Eine halbe Stunde Standzeit vor Ort ist enthalten, danach läuft die Zeit als eigener Posten weiter.
- Muss ich beim Abholen dabei sein?
- Nicht zwingend, aber jemand muss aufschließen und das Stück freigeben können. Praktisch ist eine Telefonnummer für den Tag selbst, sowohl von Ihnen als auch vom Verkäufer. Fehlt die, warten wir vor einer verschlossenen Tür, und genau das kostet unnötig Geld.
- Können Sie das Möbel auch gleich aufbauen?
- Ja, Abbau, Transport und Aufbau laufen bei uns in einem Termin. Für Kleiderschrank, Bett, Regal und Kommode gibt es feste Ansätze in der Preisliste. Beides in einem Zug zu erledigen ist günstiger, als für den Aufbau ein zweites Mal anzufahren.
- Was mache ich, wenn das Stück schwerer ist als beschrieben?
- Sagen Sie uns lieber vorher, dass Sie unsicher sind. Wir planen dann von vornherein zwei Kräfte und das passende Werkzeug ein. Ein Massivholzschrank wiegt schnell das Doppelte eines gleich großen Stücks aus Spanplatte, und das merkt man erst auf der Treppe.
- Lohnt sich ein sehr günstiges Angebot immer?
- Nein. Rechnen Sie Kaufpreis und Transport zusammen und vergleichen Sie das Ergebnis mit einem neuen Stück. Bei aufgequollener Spanplatte, muffigem Geruch oder ausgerissenen Scharnieren raten wir ab, weil das Möbel die nächste Zerlegung selten übersteht.
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