Handgriffe, die zählen
Möbel für den Transport verpacken: was womit geschützt wird
Möbel gehen auf dem Transport selten kaputt, weil sie fallen. Sie gehen kaputt, weil zwei harte Kanten aneinander scheuern oder ein Gurt an der falschen Stelle sitzt. Decken schützen die Fläche, Kantenschutz die Ecken, und der Gurt gehört über die Fläche und niemals über eine freie Kante. Folie hält alles zusammen, gehört aber nicht direkt auf Holz.
- Decke unten, Folie außen, nie umgekehrt
- Kanten und Ecken zuerst, dort entsteht fast jeder Schaden
- Gurte über die Fläche führen, nicht über eine freie Kante
- Material bringen wir mit und nehmen es wieder mit
Decke oder Folie, das ist keine Geschmacksfrage
Die Reihenfolge lautet immer: Decke zuerst, Folie darüber. Die Decke ist die Polsterung und nimmt Stöße auf, die Folie ist nur die Bandage, die Decke und Türen an Ort und Stelle hält. Wer diese beiden Schichten vertauscht, hat ein Möbel, das zwar ordentlich aussieht, aber ungeschützt ist.
Der Grund, warum Folie nicht direkt auf Holz gehört, ist Feuchtigkeit. Dünne Frischhalte- und Stretchfolie schließt luftdicht ab. Steht das Stück danach ein paar Stunden im warmen Fahrzeug oder kommt es aus einer kalten Wohnung in einen geheizten Raum, schlägt sich Kondenswasser genau zwischen Folie und Oberfläche nieder. Auf lackierten, geölten und gewachsten Flächen hinterlässt das matte Schleier, und bei längerer Standzeit klebt die Folie regelrecht an.
Bei Furnier und bei Echtholz kommt hinzu, dass die Weichmacher der Folie mit dem Öl der Oberfläche reagieren können. Das sieht man nicht sofort, sondern erst nach dem Abwickeln. Auf beschichteten Spanplatten passiert weniger, aber auch dort ist die Folie der falsche erste Kontakt. Sie ist gut auf Polstern, gut über einer Decke und gut, um Türen und Schubkästen zu sichern.
Kanten und Ecken zuerst
Wenn Sie nur zehn Minuten Zeit haben, verpacken Sie die Ecken. Fast jeder Transportschaden entsteht dort, wo eine harte Kante gegen eine Zarge, gegen ein Geländer oder gegen die Ladefläche schlägt. Die Fläche in der Mitte einer Schranktür wird selten getroffen, die untere Vorderecke fast immer.
Am besten funktioniert doppelt gelegte Wellpappe, mit Klebeband nur an sich selbst befestigt und nicht auf der Oberfläche. Für empfindliche Kanten legen Sie Noppenfolie darunter. Auf Glas, Spiegel und Marmor kommt zuerst ein Kreuz aus Klebeband auf die Fläche, damit Bruchstücke im Ernstfall zusammenbleiben, danach Pappe und darüber die Decke.
Klebeband gehört grundsätzlich nie auf lackiertes Holz, auf Furnier und schon gar nicht auf beklebte Oberflächen. Beim Abziehen nimmt es Lack und Beschichtung mit, und das lässt sich nicht mehr korrigieren. Kleben Sie stattdessen die Decke an sich selbst zu oder halten Sie sie mit einem Spanngurt in Position.
Glasplatten, Spiegel und Türen aus Glas reisen stehend, nie liegend. Eine liegende Platte biegt sich beim ersten Schlagloch durch, eine stehende gibt den Stoß an die Kante ab, die dafür gemacht ist. Auf der Ladefläche werden sie an eine gepolsterte Wand gestellt und dort gesichert.
Wohin der Gurt gehört
Ein Spanngurt ist ein Werkzeug mit erheblicher Kraft, und diese Kraft wirkt genau dort, wo der Gurt aufliegt. Deshalb gilt: über die Fläche ja, über eine freie Kante nein. Ein Gurt, der über die vordere Oberkante eines Schranks gezogen und angezogen wird, drückt die Kante ein, bevor er das Stück sichert.
Setzen Sie den Gurt so, dass er auf einer breiten Fläche aufliegt, und legen Sie unter jeden Umlenkpunkt ein Stück Decke oder Pappe. Die Ratsche gehört zur Seite, nicht auf die Front und nicht auf eine Glasfläche, denn sie ist das härteste Teil des ganzen Aufbaus. Angezogen wird, bis das Stück nicht mehr wandert, und keinen Zug weiter.
Auf der Ladefläche wird gegen die Wand gezurrt, nicht frei in den Raum. Ein Möbel, das an einer gepolsterten Wand steht und dort mit zwei Gurten gehalten wird, kann in keine Richtung ausweichen. Steht es dagegen mitten auf der Fläche und ist nur nach unten gespannt, kippt es beim ersten scharfen Bremsen.
Bei Polstermöbeln ziehen Sie den Gurt nie direkt über den Bezug, sondern über die Decke. Der Gurt hinterlässt sonst eine dauerhafte Druckspur im Stoff, besonders bei Samt und bei Möbeln mit lockerer Polsterung.
Was womit geschützt wird
Diese Zuordnung hat sich in der täglichen Arbeit als praktikabel erwiesen. Sie ist bewusst knapp gehalten, denn zwei Schichten am richtigen Platz bringen mehr als fünf Schichten quer über alles.
- Polstersofa und Sessel: Decke über die Fläche, darüber Folie, Armlehnen und Ecken zusätzlich mit Pappe
- Kleiderschrank und Kommode: Türen und Schubkästen mit Folie sichern, dann Decke, Ecken mit Pappe, Schlüssel abziehen
- Matratze: in eine Hülle oder Folie, hochkant transportieren und niemals knicken, Bezug bleibt sonst dauerhaft verformt
- Glasplatte und Spiegel: Klebebandkreuz auf die Fläche, Pappe rundum, stehend transportieren
- Fernseher und Bildschirme: stehend, in Pappe oder in der Originalverpackung, niemals mit Druck auf die Bildfläche
- Waschmaschine und Trockner: Trommel sichern, Schlauch abnehmen und in die Trommel legen, Restwasser vorher ablassen
- Massivholztisch: Platte abnehmen, Beine einzeln wickeln, Platte stehend mit Decke und Kantenschutz
Kleinteile, Schrauben und Beschläge
Der häufigste Ärger nach einem Transport ist nicht ein Kratzer, sondern eine fehlende Schraube. Ein zerlegter Schrank ohne seine Beschläge ist Sperrmüll, denn Nachkaufen dauert länger als der gesamte Umzug. Deshalb kommt jede Schraube sofort nach dem Lösen in eine Tüte, und die Tüte wird beschriftet, nicht später, sondern in dem Moment.
Kleben Sie die Tüte anschließend nicht an das Möbel selbst, sondern werfen Sie alle Tüten in eine einzige kleine Kiste. Am Zielort steht diese Kiste neben dem ersten Teil, das aufgebaut wird. Bei uns läuft das genauso: Beschläge kommen beschriftet in eine eigene Kiste, und diese Kiste fährt nicht in der Ladung mit, sondern vorn im Fahrzeug.
Bei Möbeln, die schon mehrfach zerlegt wurden, lohnt ein Blick auf die Dübellöcher. Ist das Loch ausgerissen, hält die Verbindung beim nächsten Aufbau nicht mehr. Nehmen Sie in diesem Fall Holzleim oder passende Dübel mit, das rettet den Aufbau am Zielort.
Der Weg zum Fahrzeug gehört zur Verpackung
Verpackt wird nicht nur das Möbel, sondern auch der Weg. Ein Stück Pappe oder eine Decke vor der Wohnungstür fängt Schmutz ab, und zwei Streifen Schaumstoff an den Türzargen verhindern die Kratzer, die beim Durchtragen entstehen. In Häusern mit gefliestem Hausflur lohnt sich eine rutschfeste Unterlage, weil nasse Schuhsohlen im Winter die eigentliche Gefahr sind.
Räumen Sie außerdem vorher frei: Fahrräder aus dem Flur, Fußmatten weg, Blumentöpfe vom Absatz. Jeder Gegenstand, der auf dem Weg steht, wird beim Tragen zum Hindernis, und die Person, die rückwärts geht, sieht ihn nicht. Diese fünf Minuten Vorbereitung sparen mehr Schaden als jede zusätzliche Lage Folie.
Material bringen wir zum Termin mit, Decken und Gurte gehören bei uns zur Fahrt und stehen nicht als eigener Posten auf der Rechnung. Wer selbst packt und dafür Kisten, Papier oder Noppenfolie braucht, findet die Sätze in der Übersicht unten. Was Sie leihen, holen wir hinterher wieder ab.
Packmaterial, wenn Sie selbst vorbereiten
| Material | Preis |
|---|---|
| Bücherkiste zur Leihe | 0,80 € je Stück und Woche |
| Bücherkiste zum Behalten | 1,60 € je Stück |
| Garderobenkiste zur Leihe | 3,60 € je Stück und Woche |
| Bund Packpapier, 10 kg | 14 € |
| Rolle Noppenfolie, 50 Meter | 17 € |
| Schutzdecke zur Leihe | 2,50 € je Stück und Woche |
In allen Beträgen steckt die Mehrwertsteuer. Verbindlich wird die Summe, sobald wir wissen, was gefahren wird und wie viele Treppen dazwischenliegen. Für ein einzelnes Stück reichen dafür zwei Fotos, für eine ganze Wohnung schauen wir kostenlos vorbei.
Fragen zu Decken, Folie und Gurten
- Warum soll Folie nicht direkt auf das Holz?
- Weil sie luftdicht abschließt. Zwischen Folie und Oberfläche sammelt sich Kondenswasser, sobald das Stück von kalt nach warm wechselt. Auf lackierten und geölten Flächen bleiben davon matte Schleier zurück, und nach einigen Tagen klebt die Folie fest.
- Reicht eine Decke ohne Folie?
- Für den reinen Transport oft ja, solange die Decke mit einem Gurt gehalten wird. Sobald Türen oder Schubkästen aufgehen können, brauchen Sie die Folie als Bandage darüber. Sie ersetzt aber nie die Polsterung darunter.
- Darf ich Klebeband auf das Möbel kleben?
- Auf lackiertem Holz, auf Furnier und auf beschichteten Flächen besser nicht. Beim Abziehen nimmt der Kleber die Oberfläche mit. Kleben Sie die Decke oder die Folie an sich selbst fest, dann berührt kein Klebstoff das Möbel.
- Wie transportiere ich eine Glasplatte sicher?
- Stehend, nie liegend. Ein Kreuz aus Klebeband auf der Fläche hält Bruchstücke zusammen, Pappe schützt die Kanten, und auf der Ladefläche steht die Platte an einer gepolsterten Wand. Liegend biegt sie sich beim ersten Schlagloch durch.
- Wohin gehört der Spanngurt?
- Über eine breite Fläche und mit einem Stück Decke unter jedem Umlenkpunkt. Über eine freie Kante gezogen drückt der Gurt genau diese Kante ein. Die Ratsche liegt seitlich, weil sie das härteste Teil im ganzen Aufbau ist.
- Muss ich vor Ihrem Termin selbst verpacken?
- Nein. Decken, Gurte und Kantenschutz sind an Bord und im Preis der Fahrt enthalten. Wenn Sie trotzdem selbst vorbereiten möchten, sichern Sie am besten die Schubkästen und legen Sie Kleinteile in eine Kiste, den Rest übernehmen wir.
- Was passiert mit dem Material nach dem Transport?
- Decken und Gurte fahren mit uns zurück. Geliehene Kisten holen wir zum vereinbarten Termin wieder ab, und Pappe und Folie, die beim Aufbau anfallen, nehmen wir gleich mit. Sie bleiben nicht auf dem Verpackungsmüll sitzen.
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Sagen Sie uns, was transportiert wird. Decken, Kantenschutz und Gurte sind an Bord, das Einpacken übernimmt die Mannschaft vor Ort.