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Vor dem Transport

Passt das Möbelstück durchs Treppenhaus? So messen Sie es vorher nach

Ob ein Möbelstück nach oben geht, entscheidet fast nie die Türbreite. Es entscheidet die engste Stelle in der Wendung, die Höhe über dem Absatz und die Diagonale des Stücks. Wer Höhe und Tiefe des Möbels kennt, daraus die Diagonale bildet und im Treppenhaus an drei Stellen nachmisst, weiß es vorher statt hinterher.

  • Die Diagonale entscheidet, nicht die Breite des Möbels
  • Engste Stelle ist fast immer der Absatz vor der Wendung
  • Mit Zollstock und einer Schnur in zehn Minuten geprüft
  • Passt es rechnerisch nicht, bleiben immer noch vier Auswege

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Zwei Träger bugsieren ein hohes schmales Schrankteil um die Wendung eines Treppenhauses
Zwei Träger bugsieren ein hohes schmales Schrankteil um die Wendung eines Treppenhauses

Die Tür ist selten der Engpass

Fast jede Anfrage beginnt mit der Türbreite. Das ist verständlich, aber es ist die falsche Zahl. Eine Tür ist ein flaches Hindernis: Sie gehen geradeaus hindurch, das Stück steht hochkant, und gemessen wird nur die lichte Weite zwischen den Zargen. Selbst ein breites Sofa geht durch die meisten Wohnungstüren, wenn man es auf die schmale Seite dreht.

Eng wird es dahinter. Im Treppenhaus müssen Sie das Stück drehen, und zwar an jedem Absatz zwischen zwei Läufen erneut. Dort steht der Träger fest auf wenigen Quadratmetern, das Möbel wandert um bis zu 180 Grad um die eigene Achse, und plötzlich zählt nicht mehr die Breite, sondern die längste gedachte Linie durch das Stück. Der Platz, der zum Schwenken zur Verfügung steht, ist außerdem nicht die Breite der Stufen, sondern der Abstand zwischen Wand und Handlauf.

Der zweite unterschätzte Punkt liegt über Ihrem Kopf. Beim Kippen geht das obere Ende des Möbels nach oben, und dort hängen Lampen, verläuft der schräge Unterzug des nächsten Treppenlaufs oder sitzt ein Fenstersims. In Altbauten ist der Absatz meist großzügig und die Deckenhöhe reicht. In Neubauten und in Häusern aus den siebziger Jahren ist es umgekehrt: schmale Wendung, niedrige Decke, dafür breite Türen.

Warum die Diagonale zählt und nicht die Breite

Ein Möbelstück, das um eine Ecke geht, wird nie flach an der Wand entlanggeschoben. Es steht schräg, und in dieser Schrägstellung ist der Punkt, der am weitesten aussteht, die Ecke. Der Abstand von der oberen Vorderkante zur unteren Hinterkante ist die Diagonale, und diese Strecke muss zwischen Wand und Geländer passen, sonst hakt es.

Rechnen können Sie das aus Höhe und Tiefe. Ein Kleiderschrank mit 200 Zentimeter Höhe und 60 Zentimeter Tiefe hat eine Diagonale von rund 209 Zentimetern. Der Schrank ist also im Treppenhaus neun Zentimeter länger, als das Maßband an der Vorderseite anzeigt. Bei einer Waschmaschine mit 85 auf 60 Zentimetern sind es rund 104 Zentimeter, bei einer Couch mit 90 Zentimeter Tiefe und 85 Zentimeter Höhe rund 124 Zentimeter.

Sie müssen dafür nicht rechnen. Legen Sie den Zollstock einfach schräg an das Stück an, von der oberen Vorderkante zur unteren Hinterkante, und lesen Sie ab. Das ist die Zahl, mit der Sie ins Treppenhaus gehen. Notieren Sie daneben Höhe, Breite und Tiefe, denn die brauchen Sie für die Tür und für den Aufzug.

Bei Polstermöbeln dürfen Sie ein paar Zentimeter abziehen, weil sich Rückenlehne und Armlehne zusammendrücken lassen. Bei allem, was aus Platten besteht, dürfen Sie das nicht. Ein Schrank aus beschichteter Spanplatte gibt keinen Millimeter nach, und wer ihn mit Gewalt um die Ecke zwingt, reißt die Beschläge aus der Rückwand.

In sechs Schritten durch das Treppenhaus

Nehmen Sie einen Zollstock, ein Stück Schnur und einen Zettel mit. Die Schnur ist der eigentliche Trick: Sie bildet die Diagonale ab, ohne dass Sie das Möbel schleppen müssen. Machen Sie zwei Knoten im Abstand der gemessenen Diagonale und spannen Sie die Schnur zwischen beiden Händen.

  1. Diagonale des Möbels mit dem Zollstock abnehmen und auf den Zettel schreiben, dazu Höhe, Breite und Tiefe.
  2. Zwei Knoten in die Schnur setzen, genau im Abstand dieser Diagonale.
  3. Im Treppenhaus die engste Stelle suchen. Das ist fast immer der Absatz, an dem die Treppe wendet, gemessen von der Wand bis zum Handlauf und nicht bis zum Geländerstab.
  4. Die gespannte Schnur dort in Brusthöhe waagerecht halten und einmal um die eigene Achse schwenken. Bleibt sie frei, passt das Stück. Stößt sie an, fehlen genau diese Zentimeter.
  5. Höhe über dem Absatz prüfen: von der Trittfläche bis zur Decke, bis zur Lampe und bis zur Unterkante des darüberliegenden Laufs.
  6. Zum Schluss die Wohnungstür, die Flurtür und einen eventuellen Knick im Flur messen, jeweils die lichte Weite bei geöffneter Tür.

Das Treppenauge, der Platz, den niemand mitrechnet

Viele Berliner Treppenhäuser haben in der Mitte einen offenen Schacht, das Treppenauge. Für den Transport ist es der wichtigste Zentimetervorrat des Hauses, denn beim Wenden auf dem Absatz ragt die untere Ecke des Möbels über das Geländer hinaus in dieses Auge hinein. Ist es weit genug, geht ein Stück durch, das rechnerisch längst hängen bleiben müsste.

Messen Sie es einmal im Erdgeschoss aus, indem Sie über das Geländer schauen und Länge und Breite der Öffnung abnehmen. Ein Auge von wenigen Zentimetern nützt nichts, da endet die Rechnung an der Wand. Ist die Öffnung dagegen so groß, dass ein Sofa hochkant hineinpasst, arbeitet die Mannschaft anders: Das Stück wird am Geländer entlanggeführt statt am Absatz gewendet, und der enge Punkt verschwindet.

Wichtig ist dabei zweierlei. Erstens muss das Geländer stabil sein, es wird nämlich zur Führung, nicht zum Auflager. Zweitens braucht es zwei Leute, die sich sehen können. Deshalb fragen wir bei Anfragen für obere Geschosse regelmäßig nach einem Foto senkrecht nach oben in den Schacht. Das sagt uns mehr über die Machbarkeit als jede Beschreibung.

Wenn es rechnerisch nicht passt

Ein negatives Messergebnis ist kein Grund, den Kauf abzusagen. Es heißt nur, dass das Stück nicht in einem Stück und nicht auf dem naheliegenden Weg nach oben geht. In dieser Reihenfolge prüfen wir die Alternativen, weil sie vom günstigsten zum teuersten sortiert ist.

  • Zerlegen: Türen aushängen, Rückwand lösen, Füße abschrauben, Schubkästen herausnehmen. Das spart oft mehr Zentimeter als jede andere Maßnahme und kostet nur Zeit.
  • Hindernisse abbauen: Wohnungstür aus den Angeln heben, Türstopper entfernen, in Absprache mit der Hausverwaltung einen Handlauf abschrauben.
  • Anderer Weg: Lastenaufzug im Hinterhaus, Balkontür, breite Kellertreppe. Manche Häuser haben einen zweiten Aufgang, der deutlich großzügiger geschnitten ist.
  • Über die Fassade: Ein Außenlift bringt das Stück durchs Fenster oder über den Balkon. Das ist der letzte Schritt, dafür löst er fast jeden Fall.

Was wir für eine belastbare Auskunft brauchen

Für ein einzelnes Stück reichen uns vier Angaben und zwei Fotos: Höhe, Breite und Tiefe des Möbels, das Geschoss an beiden Adressen, ein Foto des Treppenhauses vom Absatz aus und eines vom Möbel. Damit sagen wir Ihnen, ob es geht, und wenn ja, wie. Ist der Fall unklar, sagen wir das auch, statt am Abholtag zu improvisieren.

Der Aufwand steckt in der Etage, nicht in der Strecke. Deshalb ist die Angabe des Geschosses die einzige Zahl, die den Preis wirklich bewegt, und deshalb fragen wir sie für beide Adressen getrennt ab. Ein Stück aus dem zweiten Obergeschoss in ein drittes zu bringen ist etwas anderes, als es zweimal ebenerdig abzustellen.

Die vier Maße, auf die es ankommt

Was Sie messenWo genauWarum es zählt
Diagonale des MöbelsSchräg von der oberen Vorderkante zur unteren HinterkanteDas ist die Strecke, die in der Wendung wirklich Platz braucht
Engste Stelle im TreppenhausAuf dem Absatz, von der Wand bis zum HandlaufHier wird geschwenkt, hier bleibt es hängen
Höhe über dem AbsatzVon der Trittfläche bis Decke, Lampe oder UnterzugBeim Kippen geht das obere Ende nach oben
Lichte Weite der TürenBei geöffneter Tür zwischen den Zargen, nicht am Rahmen außenEntscheidet nur über den letzten Meter, wird aber am häufigsten genannt

Alle Maße in Zentimetern notieren und die Etage dazuschreiben. Mit diesen Angaben und zwei Fotos können wir eine Fahrt verbindlich einplanen.

Was uns beim Thema Messen am häufigsten gefragt wird

Reicht es, die Türbreite zu kennen?
Nein, und das ist der häufigste Irrtum. Die Tür durchqueren Sie geradeaus, dort zählt nur die Breite des Stücks. Im Treppenhaus drehen Sie es, und dort zählt die Diagonale. Wer nur die Tür misst, hat die schmalste Stelle des Weges gar nicht angeschaut.
Wie messe ich die Diagonale, ohne zu rechnen?
Legen Sie den Zollstock schräg an das Möbel, von der oberen Vorderkante zur unteren Hinterkante, und lesen Sie ab. Diese eine Zahl übertragen Sie auf eine Schnur mit zwei Knoten. Die Schnur nehmen Sie mit ins Treppenhaus und schwenken sie an der engsten Stelle einmal im Kreis.
Was ist mit dem Aufzug, spare ich mir das Messen dann?
Leider nicht. Im Aufzug zählen drei Maße: die lichte Türbreite, die Kabinentiefe und die Höhe. Viele Kabinen haben in der Decke eine Klappe, durch die längere Stücke schräg gestellt werden können. Ob die geöffnet werden darf, entscheidet die Hausverwaltung, nicht wir.
Wie viel bringt es, ein Möbel zu zerlegen?
Meistens mehr als alles andere. Ohne Türen, Rückwand und Füße verliert ein Kleiderschrank an jeder Kante Zentimeter und wird gleichzeitig deutlich leichter. Wir bauen das auf Wunsch ab und am Zielort wieder auf, die Beschläge kommen dabei beschriftet in eine eigene Kiste.
Ist das Treppenauge wirklich so wichtig?
Bei allem, was länger als etwa zwei Meter ist, entscheidet es den Fall. Ragt die Ecke des Möbels beim Wenden in den offenen Schacht hinein, gewinnen Sie genau die Zentimeter, die vorher gefehlt haben. Ein Foto senkrecht nach oben in den Schacht sagt uns mehr als jede Beschreibung.
Was passiert, wenn es am Tag der Lieferung doch nicht passt?
Dann prüfen wir vor Ort in dieser Reihenfolge: zerlegen, Tür aushängen, zweiter Aufgang, Fenster. Genau deshalb messen wir vorher lieber einmal zu viel. Eine Fahrt, die unverrichtet zurückgeht, kostet Sie Geld und uns einen halben Tag.
Messen Sie auch selbst, bevor der Auftrag steht?
Bei einem einzelnen Stück reichen uns Maße und Fotos, das geht schneller für beide Seiten. Wird es größer, etwa bei einer Küche oder mehreren schweren Teilen, schauen wir vorher kostenlos vorbei und nehmen die Maße selbst ab.

Ratgeber

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  • Träger klebt eine Möbeldecke um einen kleinen Holztisch, daneben liegen Luftpolsterfolie und Stretchfolie
    Möbel richtig verpacken Decke oder Folie, Kantenschutz, und wohin der Gurt gehört, damit nichts scheuert oder bricht.
  • Mann prüft in der Hocke die Rückwand und eine Schublade einer gebrauchten Holzkommode
    Gebrauchte Möbel kaufen Maße, Fotos und die Fragen, die vor der Zusage geklärt sein müssen, damit die Abholung klappt.

Maße genommen und immer noch unsicher?

Schicken Sie uns die Zahlen und zwei Fotos. Sie bekommen eine klare Aussage, ob das Stück nach oben geht, und was der Weg kostet.

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